Schuldrecht Besonderer Teil 1 - a) Vereitelung oder erhebliche Beeinträchtigung der Reise

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Kursangebot | Grundkurs Schuldrecht BT I | a) Vereitelung oder erhebliche Beeinträchtigung der Reise

Schuldrecht Besonderer Teil 1

a) Vereitelung oder erhebliche Beeinträchtigung der Reise

Inhaltsverzeichnis

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Als besondere, über den Tatbestand des § 651f Abs. 1 hinausgehende, weitere haftungsbegründende Anspruchsvoraussetzung nennt § 651f Abs. 2 die Vereitelung oder erhebliche Beeinträchtigung der Reise.

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Eine „Vereitelung der Reise“ liegt vor, wenn die Reise wegen einer vom Reiseveranstalter zu vertretenden Unmöglichkeit

Auch die Leistungsbefreiung des Reiseveranstalters nach § 275 stellt nach dem „weiten Mangelbegriff“ einen Mangel i.S.d. § 651c dar (s.o. Rn. 478, 503).

oder deswegen nicht durchgeführt werden kann, weil der Reisende wegen eines vom Reiseveranstalter zu vertretenden Mangels (berechtigterweise) vor oder alsbald nach Reiseantritt kündigt.

BGH a.a.O. unter Ziff. II 2d.

Beispiel

Der Reisende R kündigt vor Reisebeginn seine beim Reiseveranstalter V gebuchte Urlaubsreise auf der Insel I, weil das vereinbarte Hotel infolge Organisationsverschuldens des V überbucht ist und ihm V deshalb nur eine Ersatzreise auf der Insel Y anbieten kann.

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Eine erhebliche Beeinträchtigung der Reise ist anhand einer Gesamtwürdigung aller Umstände zu ermitteln (s.o. Rn. 528).

Beispiel

R bucht beim Reiseveranstalter V eine Urlaubsreise auf der Insel I. Auf dem Hotelgelände befindet sich ein Swimming-Pool mit einer neuen Wasserrutsche, die der Hotelbetreiber H ohne die erforderliche Baugenehmigung errichtet hatte. R rutscht auf der ohne Geländer errichteten und infolge der Nässe spiegelglatten Aufgangstreppe der Rutsche aus und bricht sich den Arm. Deswegen muss er seinen Resturlaub teilweise im Krankenhaus und anschließend mit eingegipstem Arm verbringen. Baden kann R wegen der Verletzung nicht mehr. Hier haftet V, weil er sich die Verkehrssicherungsverletzung seines Leistungsträgers H über § 278 zurechnen lassen muss. Damit steht nicht nur fest, dass die Reise mangelhaft war, sondern auch, dass V den Mangel zu vertreten hat. Aufgrund der erlittenen Verletzungen kann R nicht nur ein Schmerzensgeld gem. § 253 Abs. 2 wegen seiner Körper- und Gesundheitsverletzung, sondern auch einen Ersatz aus § 651f Abs. 2 verlangen. Denn R kann die mit der Reise verbundenen Vorteile – Erholung durch Badeurlaub auf einer Insel – nicht mehr genießen.

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